VDMA Auf dem Weg zur Fertigung 4.0

von Gabriela Freitag

Jahresauftaktveranstaltung in Hamburg

Gern habe ich die Einladung von der VDMA angenommen. Diese Veranstaltung habe ich besucht in Hinblick auf das Thema Wissenstransfer für meine Kunden und Interessenten. 
Da ich bereits mehrfach mit dem Thema 3D-Druck in Kontakt gekommen bin und zur Zet einen Kunden in meinem Portfolio habe, ist es interessant zu hören, welche Entwicklung das Verfahren in den nächsten Jahren nehmen wird. Zusätzlich ist für mich das Themengebiet immer wieder interessant für meine eigene Weiterbildung.
Herr Dr. Mutschler hat in der Einführung zu der Veranstaltung einen kleinen Überblick gegeben, wo die Branche Maschinen- und Anlagenbau im Moment steht.
Momentan beträgt das Wachstum nur noch 2-3%. Hier ist zu erkennen, dass es eine Trendwende gibt. Das größte Problem für die Hersteller ist die Bonitätseinschätzung. Weltweit haben nur Deutschland und Australien eine Bewertung von AA, alle anderen Länder werden negativer bewertet. Damit sind die Produkte schwerer zu verkaufen, da die Kredite teurer sind.
Das Unternehmen Hermle hat das MPA (Metall-Pulverauftrag-Verfahren) vorgestellt. Das Metall wird mit „Kaltgasspritzen“ aufgetragen, ein thermisches Spritzverfahren für Metallpulver. Es erfolgt eine Kaltverfestigung und damit entstehen keine Wärmespannungen. Der Energietransfer erfolgt durch Wasserdampf. Die Pulverpartikel werden nicht geschmolzen, sondern durch Schallgeschwindigkeit wird die kinetische Energie in Wärme umgewandelt. Die Bauteile werden vorgeheizt und die Spannung in den Körnern wird durch Wärmebehandlung wieder entspannt. Es wurde bisher nur eine Maschine in diesem Bereich hergestellt. Bei dem Verfahren entsteht ein erhöhter Lärmpegel, der lauter ist als ein Düsenjet. Was das Thema Drucken betrifft: Auf der Maschine kann auch gefräst und gedreht werden. Ich bin gespannt, wie sich die Technik weiter auf den Weg machen wird.

Das Unternehmen macio GmbH aus Kiel hat das Thema Augmented Reality – Anwendung in der Produktion vorgestellt. Dabei hat mich die Einbindung der Mitarbeitern fasziniert. Hier wird z.B. in einer Druckerei ein Workflow aufgebaut, der fast keine weiteren Vorkenntnisse bei Mitarbeitern erfordert. Der Workflow kann in jede Sprache übersetzt werden. Die Mitarbeiter werden durch die Anzeigen auf der Brille durch den Prozess geführt und müssen nur noch abarbeiten. Der Workflow wird über eine App abgebildet.
Hier wird die Entwicklung für ungelerntes Personal auf den Weg gebracht. Ich bin gespannt, was hier noch machbar ist.

Bei dem Vortrag von der Firma IBG ging es um kollaborierende Roboter in der Fertigung. Es geht um die Einsatzerleichterung bei Gewichten in der Produktion für die Mitarbeiter. Es sollen Tätigkeiten übernommen werden, die ergonomisch für Mitarbeiter anstrengend sind.
Hier gibt es viele Schwierigkeiten und Hürden für die Zulassung und Zertifizierung, da viele unterschiedliche Parteien unterschiedliche Sichtweisen haben.

Das Unternehmen Cybus.io hat die Problematik der Datenflut und ihre Nutzer in einer Maschinenhalle verdeutlicht. Interessant war zu hören, dass sich die Maschinen- und Anlagenbauer auf einen Standard in der Nutzung geeinigt haben: OPC-UA wird der Standard für die Datenübertragung sein. Jeder Hersteller innerhalb einer Maschine möchte seine eigenen Daten aus dem Netzwerk gesendet haben, zu seinen Bedingungen. Bereits Hydraulikschläuche sind vernetzt. Hier geht es um die Datenhoheit. Wem gehören die Daten und wann darf wer für sich die Daten abholen? Die Firma Cybus stellt hierfür eine Cloud zur Verfügung, damit der Inhaber der Maschine die Hoheit über die Daten behält.
Es war für mich wieder ein Füllhorn an Informationen, die gut als Ergänzung in meine Arbeit mit den aktuellen Kunden einfließen können.
Dann habe ich mich sehr über das Treffen zum Projekt NORTEC mit dem Team der Messe Hamburg gefreut.
Ich freue mich schon jetzt, im Januar 2020 wieder als Aussteller bei der NORTEC dabei zu sein.

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